Angefangen von meinem ersten Hund, einer Bolonka Zwetna Hündin, bis hin zu meiner jetzigen Gruppe, kann ich zusammengefasst sagen, schon einige Hunde kennen gelernt zu haben. Seit 2006 bin ich bei dem Verein Franz von Assisi Hundenothilfe e.V. als Pflegestelle und Ansprechpartnerin für Vermittlungen tätig. Durch die unterschiedliche Vielfalt an Pflegehunden aller Art und jeder Größe, konnte ich seit Beginn an sehr viele Erfahrungen sammeln. „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“, das stimmt wohl, denn entgegen vieler Erwartungen, brauchen auch Hunde aus dem Ausland, die oftmals viel mitmachen mussten, genauso klare Grenzen, Regeln und Konsequenz. Schnell ist auch meine rosarote Brille zersprungen, denn dass man ausschließlich mit Liebe und Zuneigung bei einigen Hunden nicht unbedingt die Wunschvorstellungen erfüllt, merkt man erst, wenn man einen solchen Liebling bei sich Zuhause sitzen hat. Über die Jahre hinweg waren es demnach hauptsächlich die Hunde, die mich gelehrt haben, angemessen und fair mit ihnen umzugehen. Als 2015 meine Can de Palleiro Hündin bei mir einzog, zogen gleichzeitig auch einige Probleme ein, die ich bislang bei Hunden noch nicht kennen gelernt hatte. Ab diesem Zeitpunkt war mir nochmals mehr bewusst, dass Hundetraining so viel mehr als nur Bällebad und Beschäftigung ist, sondern eine sehr sensible Arbeit um vor allem solchen Hunden helfen zu können, die oft von der Mehrheit der Gesellschaft falsch verstanden werden. Aus diesem Grund habe ich mich letztendlich für das 3-jährige Studium bei Canis – Zentrum für Kynologie entschieden, welches ich mit erfolgreicher Zertifizierung vor der Tierärztekammer Schleswig Holstein zur Hundetrainerin und Verhaltensberaterin im Mai 2017 abschließen konnte. Neben einer umfassenden theoretischen und praktischen Ausbildung bei Canis, war und ist bis heute mein größter Lehrer meine Can de Palleiro Hündin und ebenso all die Hunde, mit denen ich in der Hundeschule oder während der Arbeit im Tierschutz zu tun habe.

In den 3 Jahren Studium hat man deutlich gemerkt, dass der Beruf Hundetrainer im Grunde zu umfangreich, wertvoll und schwierig ist, als dass man sich das Wissen darüber, in ein paar Wochenendkursen aneignen kann.